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Tell me about love Malerei Susanne Husemann 14.02. – 14.03.2021

Susanne Husemann: Tell me about love 

von Judith Weiss



Wie lässt sich über Liebe sprechen? Wer liebt, ist Momenten höchster Intimität ausgesetzt, die sich dem Bereich des Sagbaren entziehen. Mit ihrem Werkkomplex zum Motiv der Liebe widmet sich Susanne Husemann dem großen Thema der Künste, wie die Unaussprechlichkeit der erfahrenen Liebe sich zur Darstellung bringen lässt. Wir sehen Liebespaare, die sich umarmen, eine Gestalt auf einem Pferd, ein Kind mit seiner Mutter, eine Frau, aus deren Mund nicht Worte wuchern, sondern ein Gewächs sprießt. Fassbar wird die Erfahrung der Liebe in Geschichten, Symbolen, Allegorien, Farben. 

Die Eröffnung der Ausstellung „Tell me about love“ am Valentinstag unterstreicht diese mögliche Erzählbarkeit der Liebe. Bereits in der Antike wurde dieser Tag, der heute seine Bedeutung durch die Blumengaben unter Verliebten erhält, mit Blütenopfern gefeiert. In der pandemischen Zeit als „Fensterausstellung“ inszeniert, eröffnet die Künstlerin mit ihrer Schau zudem einen Blick auf die grundlegende Bedingung des Liebesgefühls wie auch der Malerei selbst. Denn wo sich Liebe ereignet, offenbart sich ein Wechselspiel zwischen Nähe und Distanz. Und wo Malerei mit Abstand betrachtet wird, treten Figur und Form klar hervor, während die Nahsicht das Gemälde in Struktur und Farbe auflöst. Damit lässt sich die Kunst als bevorzugten Ort der Liebe begreifen.


Neben Malerei und Zeichnung gehören auch Performance und Regiearbeit im Theater zum Repertoire der künstlerischen Mittel von Susanne Husemann. Zur Ausstellung erscheint ein Video, in dem die gezeigten Werke zusammen mit einem Text der Künstlerin präsentiert werden, gelesen von der Schauspielerin Katharina Molzberger. Wie lässt sich Bildhaftes in Text übersetzen, und wie muss ein Text gelesen werden, damit das Thema in all seinen Schattierungen sprechend wird?


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Hauptausstellung im Museum Reinickendorf ME + YOU = TOGETHER WE. Arbeiten von Sandra Becker - Simone Kornfeld - Ina Lindemann - Gerard Waskievitz

Mit der Ausstellung "ME + YOU = TOGETHER WE" präsentiert das Museum Reinickendorf vier Betrachtungsweisen zu den Themen Vereinzelung, Begegnung, Kommunikation, Schnelllebigkeit und Zeit. Das gemeinsame Erfahren und Miteinander in der Welt, was besonders in Zeiten der Corona-Pandemie ein Umdenken und eine Neuordnung mit sich bringen, wird in den Arbeiten der international ausstellenden KünstlerInnen aufgegriffen.

Sandra Becker, Simone Kornfeld, Ina Lindemann und Gerard Waskievitz begreifen sich als Künstlergruppe, in der sie nicht nur gemeinsame Ausstellungen zeigen, sondern sich künstlerisch austauschen und aufeinander beziehen. Ganz im Sinne des Ausstellungstitels möchten sie ein Gesamtwerk zeigen, dass sich aus Fotografie und Malerei zusammensetzt.

Während Sandra Becker sich überwiegend mit Fotografie beschäftigt und ihre Coronaeindrücke des ersten Lockdowns im Frühjahr 2020 mit dem Betrachter teilt, finden wir uns in der Malerei Gerard Waskievitz´ in einer surreal anmutenden Parallelwelt wieder. Simone Kornfeld setzt sich mit existentialistischen Themen wie Entgrenzung und Auflösung auseinander, die sie in farblichen und strukturellen Gegensätzen zum Ausdruck bringt. Ina Lindemann spielt in ihrer gegenstandslosen Malerei mit ausdrucksstarken Formen und Farben und schafft es dabei Stimmungen und Emotionen einzufangen, die aus eigenen Erfahrungen und Begegnungen gründen.

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